Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster, die am Übergang zwischen Mastdarm und After unter der Schleimhaut gelegen sind. Alle Menschen haben Hämorrhoiden, es handelt sich zunächst um eine normale anatomische Struktur. Ihre Funktion ist die Feinabdichtung des Afters. Diese Abdichtung wird durch eine Anschwellung der Gefäßpolster erreicht. Kurz vor der Stuhlentleerung kommt es dann zum Abschwellen der Gefäßpolster, sodaß der Mastdarm entleert werden kann.

Hämorrhoiden können sich vergrößern und dadurch zu verschiedenen Beschwerden führen. Die häufigsten Beschwerden sind Blutungen, Juckreiz, Nässen, Brennen und ständiges Wundgefühl. Häufig liegt auch ein Gefühl der unvollständigen Entleerung sowie eine Störung der Feinkontinenz vor (Stuhlschmieren, verschmutzte Unterwäsche).

Erst bei diesen typischen Befunden spricht man von einem Hämorrhoidalleiden, das in jedem Fall behandlungsbedürftig ist. Dabei können die weit verbreiteten Salben oder Zäpfchen nur zu einer Linderung der Beschwerden führen, die Ursache der Beschwerden kann jedoch mit diesen Präparaten nicht beseitigt werden. Abhängig vom Stadium des Hämorrhoidalleidens werden die Hämorrhoiden verödet (Sklerosierung) oder mit Gummiringen abgebunden (Gummiringligatur). Erst wenn diese Therapie keinen Erfolg bringt und in weit vortgeschrittenen Stadien kann eine Operation notwendig sein.

Bei der Gummiringligatur wird das Hämorrhoidalgewebe mit Hilfe eines Gummiringes abgebunden. Die Behandlung verursacht keine Schmerzen, eine Betäubung ist nicht nötig. Zuerst wird ein Enddarmspiegelgerät (Proktoskop) wenige Zentimeter in den After eingeführt. Dann wird mit einem speziellen Instrument ein kleiner Gummiring über den Knoten geschoben. Er unterbindet die Blutzufuhr und verkleinert die Hämorrhoide auf ein normales Maß. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Minuten. Das abgeschnürte Gewebe stirbt ab und fällt nach einigen Tagen mit dem Gummiring ab. Beides wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Aus der resultierenden Schleimhautwunde kann eine Abstoßungsblutung entstehen, die jedoch in den meisten Fällen gering ist und von selbst zum Stehen kommt. Die Abheilung der Schleimhautwunde benötigt etwa 14 Tage. Je nach Ausprägung des Hämorrhoidalleidens können mehrere Sitzungen in Abständen von jeweils 4 Wochen notwendig sein.