Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis)

Bei einer Steißbeinfistel bestehen teils fuchsbauartige Gänge (Fisteln) über dem Steiß- und Kreuzbein unter der Haut. Häufig lassen sich die Gänge als kleine Öffnungen über dem Steißbein entlang der Poritze erkennen. Steißbeinfisteln finden sich bevorzugt bei stark behaarten Jugendlichen und Personen, die viel sitzen (z.B. Autofahrer, Reiter). Sie werden wahrscheinlich dadurch verursacht, dass Haare durch die Haut nach innen wachsen. Infiziert sich der Hohlraum, kann dies zu wiederkehrenden schmerzhaften Abszessen und einem verzweigten Gangsystem führen.

Steißbeinfisteln heilen in aller Regel nicht von selbst. Manche öffnen sich nach außen; die Beschwerden bessern sich dadurch aber meist nur vorübergehend, stets bleibt eine Fistel. Diese führt zu immer wieder auftretenden Entzündungen. Eine Heilung ist nur durch eine vollständige operative Entfernung des gesamten Fistelgangsystems möglich.

Um ein Wiederauftreten (Rezidiv) zu vermeiden, wird meistens eine offene Wundbehandlung durchgeführt. Hierunter ist die Gefahr eines Rezidives am geringsten.
Die Operation einer Steißbeinfistel gehört zu den ärztlichen Routineeingriffen. Komplikationen sind selten. Sehr selten sind stärkere Nachblutungen in den ersten Tagen, die ärztlich behandelt werden müssen. Die Heilungsaussichten nach der Operation sind im Allgemeinen gut, meist tritt schnell Beschwerdefreiheit ein. Die Abheilung der Wundhöhle kann jedoch mehrere Wochen dauern.