Darmpolypen

Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut. Sie bilden sich an der Darmwand und ragen ins Darminnere hinein.

In fast allen Fällen handelt es sich bei Darmpolypen um so genannte Adenome. Diese Wucherungen sind an sich noch gutartig. Während sie wachsen, können sie sich jedoch zu Darmkrebs entwickeln. Je größer sie werden, desto mehr nimmt die Gefahr der Zellentartung zu: Wenn ihre Größe einen Zentimeter beträgt, ist das Risiko, dass bereits Krebszellen vorliegen, rund ein Prozent; bei einer Polypengröße von vier Zentimeter schon etwa 20 Prozent.

Ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung haben Polypen im Darm. Dabei spielen genetische Faktoren eine Rolle: Es gibt erbliche Veranlagungen für Darmpolypen, die Betroffenen haben dann auch ein erhöhtes, familiäres Darmkrebsrisiko. Auch mit zunehmenden Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, einen Darmpolypen zu haben. Jeder fünfte, der über 60 Jahre alt ist, hat Polypen im Darm. Die westliche Lebens- und Ernährungsweise mit fett- und zuckerreiche Kost, mit Alkohol und Rauchen scheint dabei die Entstehung von Darmpolypen zu begünstigen. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Westeuropa und Nordamerika im Vergleich zu anderen Teilen der Welt mehr Menschen von Darmpolypen betroffen sind.

Die meisten Polypen lassen sich bereits während derselben Darmspiegelung entfernen, bei der man sie entdeckt, – eine erneute, zweite Darmspiegelung ist dazu in der Regel nicht nötig. Die Polypentfernung ist absolut schmerzfrei, die Darmschleimhaut enthält keine Schmerzrezeptoren. Ein Instrument mit einer feinen Schlinge wird über den Arbeitskanal des Endoskopes ins Darminnere vorgeschoben. Diese Schlinge besteht aus dünnem Draht, sie wird um den Polypenstiel gelegt und dann zugezogen. Für einen Moment wird dabei ein Hochfrequenz-Strom durch die Drahtschlinge geleitet, wodurch aufgrund der Hitzeeinwirkung der Polyp abgeschnitten wird. Gleichzeitig verschließt die Hitze auch die durchtrennten Blutgefäße, so dass es nicht zu einer Blutung kommen kann.
Der abgeschnittene Polyp wird zusammen mit dem Endoskop aus dem Darm herausgezogen. Er muss zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung ins Labor geschickt werden. Dort wird man feststellen, ob bereits Krebszellen im Polypen vorhanden waren und ob der Polyp vollständig entfernt wurde.

Nachsorge bei Darmpolypen

Ein Patient, bei dem bereits ein Darmpolyp festgestellt wurde, hat eine höhere Neigung, erneut Polypen zu bilden. Deshalb sind nach der Behandlung regelmäßige Kontrollen empfohlen:

  • Nach der Entfernung eines Polypen, bei dem die anschließende histologische Untersuchung Krebszellen gezeigt hat, muss bereits nach 6 Monaten eine Kontroll-Darmspiegelung erfolgen, um ein erneute, verdächtige Veränderungen im Darm schnell zu erkennen und entsprechend behandeln zu können. Bei unauffälliger Kontrolle werden die Abstände zur nächsten Darmspiegelung größer. Mehr dazu lesen Sie im Kapitel zur Nachsorge bei Dickdarmkrebs.
  • Nach der Entfernung von Polypen ohne bösartige Zellen soll die Kontroll-Darmspiegelung nach drei Jahren erfolgen. Fällt die Untersuchung negativ aus, sind weitere Kontrollen alle fünf Jahre empfohlen.