Divertikel

Unter einem Divertikel versteht man eine kleine Ausstülpung der Darmwand, die sowohl im Dick- als auch im Dünndarm vorkommen kann. Am häufigsten findet man Divertikel im sogenannten Sigma, einem Abschnitt des Dickdarmes der im linken Unterbauch lokalisiert ist. Weit seltener treten Divertikel in den übrigen Abschnitten des Dickdarmes auf. Finden sich viele Divertikel nebeneinander spricht man von einer Divertikulose.

Dickdarmdivertikel sind nicht angeboren, sondern treten mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Während die Divertikulose unter dem 40. Lebensjahr selten ist, können bei etwa 30-50 % der über 60-jährigen Patienten Divertikel nachgewiesen werden. Damit gehört die Divertikulose zu einer der häufigsten Zivilisationskrankheiten in der westlichen Welt

Der genaue Entstehungsmechanismus der Erkrankung ist bis heute nicht geklärt. Als Ursache für die Bildung von Divertikeln wird eine faserarme und ballaststoffarme Kost, gesteigerte Drücke im Darm (wie z.B. bei Verstopfung) und altersbedingte Darmwandveränderungen angesehen.

Die überwiegende Zahl aller Patienten mit einer Divertikulose, das heißt etwa 70 – 80 %, haben keinerlei Beschwerden. Beim Auftreten von Beschwerden bzw. oder Komplikationen spricht man von einer sogenannten Divertikelkrankheit. Als Ursache dieser Beschwerden vermutet man in den meisten Fällen eine Entzündung einzelner oder mehrerer Divertikel – dies nennt man dann „Divertikulitis“ – z. B. durch Festsetzen harter Stuhlanteile in einem Divertikel. Etwa 10-20 % der Divertikulosepatienten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche Entzündung.

Bei Patienten mit einer Divertikulose und entsprechenden Beschwerden (Bauchkrämpfe, Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Völlegefühl etc.) empfiehlt sich die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Kost, um eine Entzündung zu vermeiden. Ballaststoffe sind Substanzen, die aufgrund ihrer Fähigkeit, Wasser zu binden, aufquellen und im menschlichen Körper nicht verdaubar sind. Neben Vollkornprodukten sind Gemüse, Kartoffeln, Salate, Früchte und Getreide als ballaststoffreiche Kost zu empfehlen.